Twitter: Elon Musk holt die Verbannten zurück: Trump, Kanye West und Andrew Tate wieder da, Apple-Manager geht

Allmählich wird Twitter merklich ungemütlicher. Neu-Eigner Elon Musk holt zahlreiche Verbannte zurück – und verliert an anderer Stelle prominente Nutzer:innen.

Twitter: Elon Musk holt die Verbannten zurück: Trump, Kanye West und Andrew Tate wieder da, Apple-Manager geht

Allmählich wird Twitter merklich ungemütlicher. Neu-Eigner Elon Musk holt zahlreiche Verbannte zurück – und verliert an anderer Stelle prominente Nutzer:innen.

Ein endgültiger Twitter-Bann hatte in der Vergangenheit meist gute Gründe. Kickboxer Andrew Tate musste aufgrund zahlloser frauenfeindlicher und homophober Aussagen gehen, Kanye West disqualifizierte sich durch antisemitische Ausfälle und Donald Trump hatte den Zugang verloren, da man befürchtet hatte, er würde seine Befürworter nach dem Sturm auf das Kapitol zu weiteren Gewalttaten motivieren. Nun sind alle drei – und weitere ehemals Verbannte – wieder da. Andere kehren der Plattform indes den Rücken.

Mit einer öffentlichen Abstimmung ließ Elon Musk die Twitter-Nutzer augenscheinlich selbst entscheiden, ob der ehemalige US-Präsident Donald Trump seinen alten Twitter-Zugang zurückbekommt. In der Nacht zu Samstag war es dann soweit: "@realDonaldTrump" ist seither wieder erreichbar, das Profil liegt allerdings brach (hier erfahren Sie mehr). STERN PAID Elon Musk Twitter Deal 20.00

Andrew Tate feiert sich selbst, Musk begrüßt Kanye West

Wesentlich aktiver sind die Auftritte der anderen entsperrten Persönlichkeiten: Kickboxer Andrew Tate kehrte nach rund fünf Jahren zurück und schreibt seither als "@cobratate" wieder regelmäßig. Twitter ist damit das erste Netzwerk, das Tate wieder zulässt – denn der Kickboxer hatte es mit zahllosen verbalen Angriffen gegen Frauen und Homosexuelle sowie rassistischen Bemerkungen geschafft, auf nahezu jeder Plattform den Zugang zu verlieren. Darunter auch Instagram, Tiktok und Youtube. 

Seinen Kurs setzt Tate bei Twitter nun unbeirrt fort, lässt sich von seinen meist männlichen Fans feiern wie der Messias. Eine Interaktion zwischen Elon Musk und Tate gab es bisher nicht. Bei Kanye West sieht das anders aus: Der Rapper, der wegen judenfeindlicher Aussagen ebenfalls nicht länger bei Twitter schreiben durfte, kehrte ebenfalls zurück und verfasste zunächst einen "Test-Tweet", in dem er schrieb: "Test, Test – mal schauen, ob mein Twitter entsperrt ist." Musk quittierte den Test mit dem Satz: "Töte nicht, was du hasst, sondern rette, was du liebst." 

Wenige Stunden später schrieb Kanye West nur: "Shalom." Es dürfte kein Zufall sein, dass West diese hebräische Begrüßungsformel wählte, bei der es sich um das jüdische Wort für "Frieden" handelt. Eine solch freundliche Ansprache jüdischer Menschen nehmen dem Rapper nur wenige Nutzer:innen ab, zu tief sitzt der Schmerz und die Verärgerung über zuvor geäußerte Beleidigungen.

Trump bleibt still, App-Store-Chef löscht sein Profil

Ruhiger geht es indes noch immer bei Donald Trump zu. Auch wenn das Profil des Ex-Präsidenten innerhalb weniger Tage viele Millionen Follower gewann, bleibt Trump auf Twitter auch zwei Tage nach seiner Freischaltung still. Nach wie vor bleibt er seiner eigenen Plattform Truth Social treu und scheint es mit einem erneuten Tweet nicht eilig zu haben. Nicht wenige vermuten, dass er – wenn er sich denn meldet – Twitter als Werbekanal für sein Privat-Netzwerk nutzen könnte.FS Elon Musk 12.37

Der neue Kurs, den Twitter eingeschlagen hat, gefällt offenbar nicht jedem. So deaktivierte am Wochenende Apples Marketing-Chef Phil Schiller seinen seit 2008 aktiven Twitter-Account "@pschiller". Ein Aufruf seines ehemaligen Profils bringt lediglich die Meldung "Dieser Account existiert nicht" hervor.

Tim Cook, der Apple-CEO, ist weiterhin an Bord und erreicht mit seinem Profil 13,7 Millionen Menschen. Ob der Weggang von Phil Schiller eine rein persönliche Entscheidung war, oder Apple damit ein Warnsignal an Musk sendet, ist unklar. Als Chef von Apples App Store und damit Torwächter zu einem der größten Software-Märkte der Welt hat die Löschung seines Zugangs zumindest Signalwirkung.

Denn auch Cook äußerte sich bereits besorgt über die Zukunft des Kurznachrichtendienstes und antwortete in einem Interview mit CBS auf die Frage, was er vom Eigentümerwechsel halte: "Sie sagen, dass sie sich weiterhin mäßigen werden, und ich zähle darauf, dass sie das tun werden, denn ich glaube nicht, dass irgendjemand wirklich Hassreden auf seiner Plattform haben möchte." Die Frage, wie Apple reagiert, wenn Twitter nichts unternimmt, stellt sich nun mehr denn je.